Entwicklung einer Feedbackkultur

Zu Lernen anderen Menschen wertschätzend Rückmeldung zu geben kann den Kontakt, das Zusammenleben und/oder gemeinsam wirksam sein ungemein bereichern und erleichtern. In Anknüpfung an unseren vergangenen Blog möchten wir diesmal gern die Entwicklung einer Feedbackkultur in einer Organisation oder Gemeinschaft eingehender beleuchten. Eine Initiative, die geboren wurde während des Gemeinschaftswochenendes im Lebensgarten Steyerberg im März 2018, ist einen Lern- und Übungsraum für kritisches Feedback in einem wertschätzenden Rahmen zu schaffen. Inzwischen gab es bereits ein erstes Treffen von einigen Lebensgärtnerinnen und Lebensgärtnern. 

Kamli & tina

Wie kann ich mich denn dem Thema Feedback annähern – was braucht es, um mich damit beschäftigen zu wollen und zu können? Zu Beginn dieses ersten Treffens gab es zum Einstieg einen kurzen Input mit der Anregung, Feedback als Geschenk zu betrachten, als einen schuldfreien Akt. Ebenfalls wurde daran erinnert, dass es „zweigleisig“ ist, es also einen Sender und einen Empfänger gibt. Im Sinne der Gewaltfreien Kommunikation wäre es daher wichtig, zunächst die „Empfangsbereitschaft sicherzustellen“ – wenn ich gern ein Feedback geben möchte, und nicht bereits darum gebeten wurde, kann ich fragen, ob die Person mein Feedback erhalten möchte und ob sie gerade in der Lage und bereit ist, mir zuzuhören. So empfiehlt es die Schule für Verständigung und Mediation in ihrem Infoblatt „Feedback: Wie gebe ich Rückmeldung?“. Denn wenn wir neugierig, offen und bereit sind eine Rückmeldung zu hören, können wir am meisten daraus lernen. Ein weiteres wichtiges Element aus Sicht der GfK ist es, den Rahmen für ein fruchtbares Gespräch zu sichern, was in der Initiative des Lebensgartens als wertschätzender Rahmen bezeichnet wird und die Bereitschaft mit sich bringt, Einfühlung zu geben und zur Erfüllung unerfüllter Bedürfnisse beizutragen. Während des ersten Treffens im Lebensgarten zum Lernen und Üben von kritischem Feedback in wertschätzender Atmosphäre hat sich die Gruppe dann folgenden Fragen gewidmet und sich dazu ausgetauscht: Wann – und mit welchem Ziel – gebe ich Feedback?, Warum fällt es mir möglicherweise schwer, Feedback zu geben?, Wie formuliere ich mein Feedback, damit es möglichst konstruktiv und „als Geschenk“ annehmbar ist?

Nun ist es vielleicht an der Zeit, sich zu fragen, was genau ist denn eigentlich Feedback?? 🙂 Eine mögliche Definition könnte sein: Feedback ist jede Mitteilung, die andere darüber informiert, wie ihr Verhalten von mir wahrgenommen, verstanden und erlebt wurde. Zur Unterstützung und Orientierung worauf wir achten können, wenn wir einem anderen Menschen eine Rückmeldung geben möchten, gibt es das WWW des Feedbacks: Das erste W steht für Wahrnehmung – was habe ich wahrgenommen, beobachtet? – dabei geht es darum, möglichst konkret zu bleiben in der Beschreibung, ohne eigene Bewertungen, Urteile oder Ähnliches einzubringen. Das zweite W steht für die Wirkung – wie wirkt die Wahrnehmung auf mich, was interpretiere, deute, schließe ich daraus? – hier geht es darum, die eigene innere Reaktion zu beschreiben, was habe ich gedacht und gefühlt, welche Bedürfnisse waren erfüllt oder nicht erfüllt. Und das dritte W schließlich steht für Wünsche – Was wünsche ich mir, welche Bitte habe ich? – hier kann es zwei Arten von Bitten geben, eine, die die Verbindung klärt (zum Beispiel: „Magst du mir sagen, was du von mir jetzt gehört hast?“, „Magst du teilen, was es in dir auslöst, das von mir zu hören?“) oder eine konkrete Bitte, wie die/der Andere zur Erfüllung meiner Bedürfnisse beitragen kann (zum Beispiel: „Bist du bereit, das nächste Mal lauter zu sprechen?“).

Mit all diesen Infos und Hilfsmitteln ist die Gruppe der Lebensgärtner*innen schließlich zum aktiven Üben in Form von Rollenspielen übergegangen, mit eigenen realen Beispielen aus dem Zusammenleben in Gemeinschaft und Familie – sicher eine wunderbare Vorbereitung, oder was meinst du dazu? 🙂 Schreib uns gern einen Kommentar, direkt hier unter unseren Blogbeitrag…

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